Jagdstrecken 2025/26: Zehn-Jahres-Vergleich zeigt deutlichen Rückgang

Jagdstrecken 2025/26: Zehn-Jahres-Vergleich zeigt deutlichen Rückgang

Jagdstrecken 2025_26 Zehn-Jahres-Vergleich zeigt deutlichen Rückgang

Das Brandenburger Umweltministerium (MLEUV) hat am 5. Oktober 2026 die Jagdstrecken für das Jagdjahr 2025/26 veröffentlicht. Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) hat die Zahlen ausgewertet. Kurzfassung: Reh- und Damwild legen gegenüber dem Vorjahr leicht zu, im Zehn-Jahres-Vergleich gehen die Schalenwildstrecken aber deutlich zurück.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

  • 116.471 Stück Schalenwild insgesamt (inkl. Fall- und Unfallwild), rund 2 % weniger als im Vorjahr
  • Schwarzwild: rund 8 % weniger, Rotwild: rund 3 % weniger
  • Rehwild: rund 4 % mehr, Damwild: rund 6 % mehr
  • Niederwild gesamt: rund 19 % weniger
  • Raubwild gesamt: 66.393 Stück, rund 9 % weniger

Zehn-Jahres-Vergleich beim Schalenwild

Erst der Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt, wie stark sich die Strecken verändert haben:

Wildart2015/162025/26Veränderung
Rotwild10.2726.015−41,4 %
Damwild12.4517.833−37,1 %
Rehwild67.86347.141−30,5 %
Muffelwild8254−99,5 %
Quelle: MLEUV Brandenburg / LJVB

LJVB-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff betont, dass das leichte Plus bei Reh- und Damwild nicht über die langfristige Entwicklung hinwegtäuschen dürfe. Diese müsse ernst genommen werden.

Was der Landesjagdverband fordert

Der LJVB warnt davor, Wildbestände vor allem unter dem Gesichtspunkt möglichst hoher Abschüsse für den Waldumbau zu sehen. Wald und Wild dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Bisherige Bejagungsstrategien sollten kritisch hinterfragt werden. Aus Sicht des Verbands braucht Brandenburg:

  • regional angepasste Bejagungskonzepte für Schalenwild
  • ausreichend Äsungsflächen und Wildruhezonen
  • funktionierende Wanderkorridore
  • ein aktives Wolfsmanagement einschließlich einer regulären Bejagung des Wolfes im rechtlich zulässigen Rahmen

Niederwild: Lebensraum ist entscheidend

Die Niederwildstrecke ging um rund 19 % zurück. Entscheidend für diese Arten sind laut LJVB strukturreiche Agrarlandschaften mit Hecken, Brachen, Blühflächen und Rückzugsräumen sowie eine konsequente Prädatorenbejagung. Im Jahr des Rebhuhns 2026 setzt sich der Verband besonders für solche Lebensräume ein.

Raubwild und invasive Arten

  • Rotfuchs: 22.214 Stück, rund 1 % mehr
  • Dachs: rund 4 % weniger
  • Waschbär: 37.481 Stück, rund 14 % weniger als im Rekordjahr davor
  • Marderhund: 2.348 Stück, rund 17 % weniger
  • Mink: rund 27 % weniger

Waschbär, Marderhund und Mink machen weiterhin rund 60 % der gesamten Raubwildstrecke in Brandenburg aus. Ein konsequentes Prädatorenmanagement einschließlich Fangjagd bleibt deshalb wichtig für den Schutz von Bodenbrütern und anderen gefährdeten Arten.

Auch nach der Herausnahme aus dem Jagdrecht engagieren sich Jägerinnen und Jäger bei Nutria und Bisam: Im Jagdjahr 2025/26 entnahmen sie 3.660 Nutria und 44 Bisam. Die Gewässerunterhaltungsverbände entnahmen zusätzlich 2.058 Nutria und 310 Bisam.

Quelle: Pressemitteilung des Landesjagdverbandes Brandenburg e.V. vom 6. Oktober 2026. Die vollständige Meldung lesen Sie hier: Jagdstrecken: Zehn-Jahres-Vergleich zeigt deutlichen Rückgang

Einladung zum 32. Kreisjägertag am 09.03.2024

Kreisjagdverband Spree-Neiße Cottbus e.v.